Übertourismus auf Mallorca – Zwischen Urlaubsfreude und Protest
Show notes
Dr. Sebastian Amrhein analysiert am Beispiel Mallorcas die Auswirkungen von Übertourismus und damit verbundenen Protest bzw. Nicht-Protest. Er erklärt, wie angewandte Forschung zu einer nachhaltigen und gerechteren Tourismusentwicklung beitragen kann.
Zur Person: Dr. Sebastian Amrhein forscht an der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie der Hochschule Rhein-Waal zu nachhaltigem Tourismus und untersucht unter anderem tiefgreifende Veränderungen von Räumen durch touristischen Konsum.
--- English Version ---
Dr. Sebastian Amrhein uses the example of Mallorca to analyze the impacts of overtourism and the associated protests—or lack thereof. He explains how applied research can contribute to a more sustainable and equitable development of tourism.
About our guest: Dr. Sebastian Amrhein researches sustainable tourism at the Faculty of Society and Economics at Rhine-Waal University of Applied Sciences. Among other topics, his work investigates the profound transformation of spaces caused by tourist consumption.
Show transcript
00:00:02: Herzlich willkommen bei HAUTO Hochschule, dem Podcast der
00:00:03: Hochschulereinwahl.
00:00:05: In dieser Reihe dreht sich alles um Veränderung in Gesellschaft,
00:00:08: Wissenschaft und Wirtschaft.
00:00:10: Ich spreche mit Menschen aus der HochSchule die mit ihrer Arbeit Brücken bauen neue Perspektiven beleuchten und konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entwickeln.
00:00:19: ich möchte herausfinden wie Veränderungen gelingen kann interdisziplinär praxisnah und mit dem klaren Ziel einen positiven Wandel in Gesellschaft und Umwelt zu gestalten.
00:00:29: Viel Spaß beim Zuhören!
00:00:32: Für die heutige Folge freue ich mich, Sebastian am Rhein begrüßen zu dürfen.
00:00:35: Schön, dass du da bist, Sebastian.
00:00:37: Ja hallo und vielen Dank für die Einladung.
00:00:39: Sebastian ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Rhein-Wahl, an der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie.
00:00:45: In seiner täglichen Arbeit beschäftigt er sich insbesondere mit... der Lehre und Forschung im Bereich des nachhaltigen Tourismus.
00:00:51: Heute wollen wir aber im Speziellen über das Thema deiner Doktorarbeit sprechen, die du Ende zweitausendfünfundzwanzig erfolgreich abgeschlossen hast.
00:00:58: Im Rahmen dieser hast Du Dich intensiv mit dem Thema Über-Tourismus und der Analyse des Protests beziehungsweise nicht Protest gegen die Touristifizierung sprich die tiefgreifende Veränderungen von Räumen in touristische Konsumorte am Beispiel der Balearen Insel Mallorca beschäftigt.
00:01:14: Kannst Du uns zum Starten Die Podcast Folge eine kurze Einführung Thema geben?
00:01:18: Ja, ich habe mich mit dem Thema beschäftigt.
00:01:21: Da es ja in der Zeit im Jahr zwei Tausend Neunzehn sehr präsent war, sehr stark in Medien vertreten war und ich mich wie sehr viele glaube ich die damals mit diesem Thema in Kontakt gekommen sind gefragt habe was ist dann überhaupt genau über Tourismus?
00:01:40: Was ist das Unterschied zum eigentlich Massentourismus?
00:01:44: Und was ist auch vielleicht noch der Unterschied zum Crowding, diese Überfüllung von Orten?
00:01:49: Warum braucht es einen neuen Begriff dafür?
00:01:51: Das heißt erstmal rein dieses Interesse.
00:01:53: Was ist denn genau das Thema Obertourism?
00:01:56: und habe dann gemerkt dass es eben nicht lediglich die gängige Übersetzung des Begriffs ist über Füllungen von Orte sondern dass da deutlich mehr dahinter steckt, dass es um Wohnraumknappheit geht.
00:02:11: Dass es darum geht Haltungskosten, die alltäglichen Kosten der menschenintroistischen Destination deutlich steigen zum Beispiel.
00:02:19: Dass einfach die Lebensqualität auch sinkt für Einwohnerinnen in den bereichsten Gebieten und dass es eben ein sehr breiter Begriff eigentlich ist, der sehr viele unterschiedliche Faktoren abdeckt.
00:02:34: und das hat so mein Interesse geweckt nicht damit aus dem näher auseinanderzusetzen.
00:02:38: Ja, super spannend.
00:02:39: Danke für den Einblick!
00:02:41: Im Rahmen deiner Forschung hast du ja auch vor Ort eigene Daten erhoben und war es mit vielen Menschen im Austausch.
00:02:47: Welche regionalen Organisationen und auch Communities hast Du hierbei in Deine Forschung einbezogen?
00:02:54: Ich habe zunächst meine Forschung quasi in drei Schritte gekliedelt Protestbewegung und den Teilnehmern in Protestbelegungen auseinandergesetzt.
00:03:06: Und dann mit ihnen auch vor Ort gesprochen, um quasi deren Perspektive einzuholen.
00:03:12: Hab dann im nächsten Schritt habe ich dann mit Menschen gesprochen die wirklich im Tourismus arbeiten also ja Arbeitennehmerinnen und gezielt auch einfach Menschen jetzt nicht unbedingt in hohen Management Positionen weil dir doch häufiger die Gelegenheit haben ihre Meinung in der Öffentlichkeit irgendwie auszudrücken oder vielleicht im Medien gehört zu werden, aber wirklich Menschen die eben sonst eher weniger die Chance haben ihre Perspektiven wie ihre Ansichten kundzutun und was ich ja einen sehr wichtigen Punkt auch in meiner Forschung finde.
00:03:49: Ich habe eben auch mit Menschen gesprochen, die im informellen Sektor arbeiten das heißt wenn würde sagen vielleicht schwarzarbeit Betreiben oder eben hat nicht eine angemeldeten offiziellen Tätigkeit nachgehen, aber dennoch im Tourismus tätig sind in Form von Verkauf und Souvenirs beispielsweise an Strand- oder Reinigungsarbeiten in touristischen Apartments.
00:04:13: Wenn wir einmal allgemein über das Thema Übertourismus sprechen oder darüber nachdenken welche Verbindung siehst du denn hier zwischen dem Thema und gesellschaftlicher Veränderung als übergreifendes Konzept?
00:04:26: Also wie schon einleitend gesagt, der Begriff Obertourism und Über-Tourismus ist mir wichtig zu verdeutlichen.
00:04:33: Dass das eben nicht rein diese Überfüllung von Ordnis sondern dass es einfach eine sehr starke Konzentration von Tourismus in einem Raum, in einem physischen Raum ist die dann eben zu diversen Problemen für die Menschen vor Ort führt wie zum Beispiel Steigerung der Lebenshaltungskosten, vor allem Wohnraum ist ein Riesenthema.
00:04:58: Und ich glaube also da spielen ganz viele Themen die wir auch in anderen Bereichen der Gesellschaft sehen eine große Rolle.
00:05:08: beispielsweise zunehmende Kommerzialisierung von natürlichen oder öffentlich zugänglichen Räumen beispielsweise oder auch die Wohnraumknappheit zum Beispiel vielleicht ausgelöst dadurch dass sich politische Institutionen eigentlich aus diesem Thema zurückziehen und das dem privaten Markt quasi überlassen, der dann wiederum eben den Wohnraum nicht mehr für die dort ursprünglich einheimischer Bevölkerung zur Verfügung stellt sondern auf dem lukrativeren touristischen Markt quasi anbietet.
00:05:40: Was dann dazu führt dass Menschen vor Ort sich eben diesen Wohnrahmen nicht mehr leisten können oder auch Gentrifizierungseffekte, dass in Mengdmenschen verdrängt werden aus ihren eigentlich urspränglich angestammten Wohnräumen.
00:05:52: Das sind so Themen.
00:05:53: Man könnte das jetzt noch ein bisschen weiter ausführen.
00:05:55: Ein Profitgedanken Wachstum ist auch ein ganz entscheidender Punkt, wir haben in den letzten Jahrzehnten eben ein sehr starkes touristisches Wachsstum, kontinuierliches Wachsstum des Tourismus gesehen und das ist natürlich auch einer der Gründe warum es sich jetzt in manchen Gebieten so zuspitzt weil die Kapazitätsgrenzen einfach einfach erreicht sind und das sind ja Probleme beziehungsweise Faktoren die auch in anderen Bereichen eine Rolle spielen wenn wir beispielsweise an Mobilität generell denken oder so.
00:06:25: Das ist einfach sehr stark dem privaten Sektor quasi überlassen wird auf der anderen Seite auch durch stetiges Wachstum zu CO-Emissionen führt, wenn wir jetzt beispielsweise einen Flugverkehr denken, der irgendwann dann einfach extrem starke negative Auswirkungen zur Folge
00:06:44: hat.
00:06:45: Danke schön.
00:06:46: Ja genau, wir sehen ja das ist ein wirklich sehr komplexes und vielschichtiges Thema dass ganz viele Bereiche noch ganz viele Lebensbereiche betrifft.
00:06:56: sozusagen wenn wir einmal die Verbindung machen zu uns als Gesellschaft vielleicht auch eben hier am Niederrhein was würdest du sagen?
00:07:04: in welchem Bezug steht dein Forschungsthema zu uns Als gesellschaft hier am niederrhein aber auch in deutschland?
00:07:10: allgemein
00:07:11: interessante frage Also Deutschland generell, oder ich würde glaube ich erst mal mit der deutschen Gesellschaft als eines immer noch der Hauptquellgebiete für den internationalen Tourismus starten.
00:07:25: Also Deutschland war lange Zeit Reiseweltmeister das heißt also die größte Anzahl der reisenden weltweit kam aus Deutschland.
00:07:32: ja wir haben jetzt diesen seit ein paar Jahren diese Auszeichnung in Anführungszeichen verloren sind aber immer noch eben einer der größten Quellgebiete für den internationalen Tourismus.
00:07:44: Und ich finde, da haben wir schon auch eine Verantwortung dafür zu sorgen dass es eben Menschen in den Breistengebieten, dass sie einfach noch, dass der Tourismus auch dafür sorgt das ist ein beidseitigen positiven Effekt hat und nicht eben nur diese eine Seite die vielleicht und auch berechtigt irgendwie sich erholen möchte und an andere Orte kennenlernen möchte sondern auch eben für die Menschen vor Ort.
00:08:08: Ich glaube, da sind wir schon eine Verantwortung darauf zu achten, dass das auch der Fall ist.
00:08:13: Und das kann man natürlich jetzt auf Regionen runterbrechen wieder niederreihen und sagen na klar wir gehören da natürlich auch dazu.
00:08:20: zum anderen und das ist vielleicht eher ein indirekte Auswirkung wollen jetzt nicht lediglich auf den overtourism bezogen aber wir sehen ja, dass genau der internationale Tourismus-Touristenankünfte immer weiter wachsen, dass es sehr stark im Zusammenhang steht eben auch mit CO² Emissionen und negativen Umweltauswirkungen.
00:08:39: Und ich glaube, dass es zum einen für Regionen wie der Niederrhein sehr positiv sein kann.
00:08:45: Für die eigene Wertschöpfung.
00:08:47: So Proximity-Tourismusangebote zu entwickeln Also wirklich nahe Erholungsgebiete zu schaffen Die auch erreichbar zu machen für Menschen vor Ort Um die eigene Wertschöpfung zu stärken und gleichzeitig vielleicht auch solche Gebiete zu entlasten Und eben diese Notwendigkeit zu lindern Dass Tourismus einfach verstanden wird notwendigerweise ein Flugzeug fliege irgendwo hin für zwei Wochen, habt doch die maximale Erholung und dann geh ich wieder zurück.
00:09:14: Sondern das Ganze eben so ein bisschen verteilen.
00:09:18: Wenn du einmal zurückblickst auf den langjährigen Prozess ja auch, deiner Forschungsarbeit eben wo du dich mit deinem Doktorarbeitsthema beschäftigt hast.
00:09:28: Hat sich dein Verständnis von gesellschaftlicher Veränderung im Rahmen deiner Forschung vielleicht auch insbesondere im Nachgang an die geführten Interviews und Erfahrungen die du ja vor Ort gemacht hast verändert?
00:09:40: Ja absolut also verändert.
00:09:42: ich würde sagen sie haben sich noch in einigen Bereichen auf jeden Fall verstärkt.
00:09:47: Ich habe ja eine oder in meiner Untersuchung eben wie eingangs gesagt mit Menschen gesprochen, die eben häufig nicht unbedingt gehört werden deren Meinung jetzt in der Öffentlichkeit vielleicht nicht unbedingt so großen Anklang findet.
00:10:02: Und ich hab gemerkt wie wichtig das ist solche Menschen glaube ich mir Stimme zu geben denen auch zuzuhören weil das ist nun mal in vielen Bereichen ein sehr große Menge an Menschen, die aber oftmals auch in der Wissenschaft, sowohl in der Wissenschaft als auch medial ja oftmals das Gefühl haben nicht gehört zu werden.
00:10:26: Wenn es irgendwelche Untersuchungen gibt dann werden sehr häufig irgendwelcher Experten Expertinnen herangezogen von touristischen Unternehmen aus der Politik und so weiter.
00:10:34: Die natürlich vielleicht ein deutlich breiteres Wissen über den komplexen Zusammenhänger haben Aber nicht jetzt speziell vielleicht über den Alltag der betroffenen Menschen wirklich.
00:10:49: Also das ist eine sehr wichtige Erkenntnis, die ich zwar zu Beginn auch schon bedacht habe, die mir aber im Laufe der Zeit auf jeden Fall nochmal deutlicher geworden ist und auch das Thema der Machtkritik also wirklich hinter die Kulissen zu schauen und zu gucken wer es denn in der Lage überhaupt Veränderungsprozesse anzustoßen Welche Stimmen werden überhaupt gehört und welche Interessen stehen auch dahinter?
00:11:21: Obwohl das ursprünglich vielleicht gar nicht so beabsichtig war, doch in meiner Forschung sehr stark deutlich.
00:11:26: Mit deinen Erfahrungen mit den Einblicken in deine Forschungstätigkeiten zeigst du ja auch insbesondere regionale Herausforderungen die dein Forschungstehmer eben auch sichtbar machen.
00:11:37: Würdest du sagen gibt es denn auch Potenziale, die du aufgedeckt hast um mit deiner Forschung sichtbarmachen willst?
00:11:43: Ja absolut, also zum einen das Potenzial dass wir als Gesellschaften durchaus Veränderungsprozesse mit gestalten können oder auch anstoßen können in Form von Protest.
00:11:55: Das war ja auch eines meiner Themen die ich untersucht habe.
00:11:59: Ich glaube das ist ein ganz wichtiges eine wichtige Erkenntnis dass wenn wir eben über verschiedenste Bevölkerungsgruppe hinweg wenn dort zusammenarbeiten und gleiche Interessen vorhanden sind, diese zu bündeln in Form von Protest.
00:12:16: Protest heißt jetzt nicht nur irgendwie offene Proteste auf der Straße sondern auch zum Beispiel in Organisationen wie Gewerkschaft eintreten und so für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse sorgen.
00:12:26: also das ist ein sehr wichtiger Punkt.
00:12:29: und ja auch und das war auch einer der Untersuchungen da noch im Rahmen meiner Doktorarbeit Und das geht jetzt stecken in diesem touristischen Bereich eben diese lokalen die lokale Lokale Besonderheiten, lokale Identitäten Spezialität und Kultur Tradition usw.
00:12:49: Steckenden Fokus zurück oder auch einen ja durchaus einen gesunden Stolz dafür zu entwickeln und im Jahr eine andere Form einfach oder den Tourismus den Tourismus anders zu denken weg von diesen von diesem Massen-Tourismus sondern eher zu einem Tourismus mit wirklich, in dem wirklichen Austausch wieder stattfindet zwischen den Reisenden und den Bereisten.
00:13:14: Man sich gegenseitig austauschen Kontakt kommt von einer lernte und wirklich irgendwie so eine Bereicherung erfährt.
00:13:22: Und nochmal den Blick aus Sicht der Wissenschaft anzuwenden, was würdest du denn sagen?
00:13:27: Wie empfindest du die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis?
00:13:31: oder wie kann es deiner Meinung nach auch gelingen eben praxisnahe Forschungsergebnisse zu entwickeln.
00:13:37: Zu schaffen, wie du's ja auch getan hast, die aber gleichzeitig eben auch wissenschaftlich fundiert sind.
00:13:43: Ja sehr interessante Frage ist das.
00:13:47: Das ist mir auch während meinen Untersuchungen häufiger aufgefallen, dass ich das Gefühl hatte, oftmals eine recht große Lücke klafft zwischen Wissenschaft und Praxis.
00:14:00: Ja, mein Beispiel oder ich kann das jetzt vornehmlich natürlich für meinen Bereich irgendwie einschätzen.
00:14:07: aber zum einen diese Tourismusbranche oder Tourismusindustrie die Tourismuspraxis wenn man es so möchte und Wissenschaft ist sehr weit voneinander eigentlich entfernt.
00:14:16: Wir haben in der Wissenschaft sind wir oftmals eben schon ja auch mit Ideen wie solche Ja, hat Probleme wie über Tourismus angegangen werden könnten.
00:14:30: Die existieren ja, die finden allerdings in der Praxis eigentlich überhaupt keine Anwendung.
00:14:33: oder beziehungsweise ist es eigentlich in kreisender Wissenschaft teilweise schon relativ gerade das bestimmte Mechanismen einfach keine Wirkung entfalten werden, wenn aber trotzdem von politischen Entscheidungsträgerinnen dann angewandt.
00:14:46: Also da ist... In diesen beiden Bereichen ist doch eine sehr starke starke Kluft oftmals, würde ich sagen.
00:14:57: Aber auch und das wurde auch in meinem Beispiel deutlich zwischen Zivilgesellschaften und Forschung.
00:15:03: ja auch da glaube Ich müsste und sollte und es ist die Verantwortung der Wissenschaft doch eine stärkere Zusammenarbeit stattfinden also dass wissenschaft auch diese Ja dieser verantwortung annimmt, Gesellschaften zu unterstützen in ihren Bedürfnissen Veränderungen vielleicht anzustoßen.
00:15:33: Wissenschaft sagt oder möchte natürlich neutral sein was ja auch absolut richtig ist.
00:15:39: aber im Endeffekt stellt sich natürlich auch in der qualitative Forschung die Frage wie neutral kann man sein?
00:15:45: Was bedeutet da Neutralität?
00:15:47: und ich glaube das ist schon die Verantwortung von Wissenschaft auch auch wirklich Menschen eine Stimme zu verleihen, die eben sonst in so einem mehr politischen Alltag oder auch jetzt in der Industrie eigentlich kaum die Möglichkeiten haben, ihre Stimmen anzubringen.
00:16:05: Also ich glaube das wäre auf jeden Fall eine wichtige Kenntnis.
00:16:13: In dem Kontext, was würdest du denn sagen?
00:16:15: Welche Rolle spielt dabei eben auch Reflexivität beziehungsweise das eigene Forschungshandeln in deinem Forschungsvorhaben?
00:16:22: War eine sehr große ja.
00:16:24: Also auch in der qualitativen Forschung generell ist die Selbstreflektion und Reflektivität ein großes Thema und ich glaube es hat einen großen Einfluss also ich habe das auf meiner eigenen Forschung miterlebt wie alleine die eigene Person, der eigene Sexualität der Körper Forschungsergebnisse beeinflusst und das ist jetzt personenbezogen.
00:16:51: Man kann es auch auf Institution beziehen beispielsweise.
00:16:54: So eine Universität ist für manche Menschen schon mal irgendwie schwer gereifbar.
00:17:00: Ist vielleicht auch mit so einer reflexartigen Abneigung eine Unsicherheit verbunden.
00:17:07: Also ich glaube, sich dessen bewusst zu sein und da wirklich versuchen eben auf möglichst Augenhöhe zusammenzukommen.
00:17:15: Und zu kooperieren ist auf jeden Fall absolut wichtig.
00:17:20: Gibt es denn vielleicht in Bezug darauf oder auch ganz generell auf deine Forschung bezogen Herausforderungen?
00:17:26: Oder auch Lernerfahrungen die du mit uns teilen kannst?
00:17:29: Also wenn ich jetzt an die Anherausforderungen bezüglich der Wissenschaftlichen methodischen Vorgehensweise denke muss ich zugeben habe, dass ich teilweise unterschätzt wie stark die Vorbehalte und vielleicht auch die Unsicherheiten der Menschen sind mit denen ich versucht habe zu sprechen.
00:17:48: Ich habe gerade im zweiten Teil meines Forschungsaufenthalts wirklich überrascht darüber wie es viel Skepsis der Institutionen Universität beispielsweise oder auch mehr als Personen entgegen gebracht wird.
00:18:06: Das war für mich auf jeden Fall erstaunlich, hätte ich so nicht erwartet und ich glaube an diesem Image was ja irgendwo her rührt.
00:18:17: Es steht da nicht im luftleeren Raum.
00:18:20: also das sollte man auf jeden fall ernst nehmen weil Ich kann im schlimmsten Fall dazu eben führen, dass es da so dieses DML von meinem Turm und wie er hier und so eine Diskrepanz irgendwie entsteht.
00:18:39: Also das ist auf jeden Fall einer der Punkte.
00:18:43: Und zum anderen möchte ich dazu motivieren sich für Veränderungsprozesse mitzugestalten und dafür einzustellen und durchaus auch dafür einzusetzen politisch aktiv zu werden Transformationsprozesse stark zu machen, daran zu beteiligen.
00:19:09: Ich glaube das ist auch ganz wichtig weil ich glaube und es wurde auch deutlich in meiner Forschung dass es durchaus möglich ist wenn viele Menschen zusammenkommen, dass da durchaus Gestaltungsmöglichkeiten bestehen.
00:19:20: Da kann ich sehr gut daran anknüpfen und zwar mit der nächsten Frage.
00:19:25: Und wo siehst du denn das größte Transformationspotenzial in den nächsten Jahren?
00:19:29: In Bezug eben auf dein Forschungsthema, in Bezug auf das Thema Overtourism – was würdest Du sagen?
00:19:35: Wo liegen da die größten Potentiale?
00:19:38: Das ist eine interessante Frage!
00:19:41: Also ich glaube wirklich dass diese Überzeugung wächst auch aus dieser Erfahrung der Jahre meiner Forschung Industrie und ich glaube, das gilt nicht nur für die Tourismusbranche sondern ist auch übertragbar auf andere Bereiche.
00:19:58: Man könnte jetzt vielleicht auf die Automobilindustrie oder generell den Transportsektor CO-Emission Klimakatastrophe und so weiter benennen.
00:20:06: Ich glaube dass es nicht von alleine geschehen wird, dass dort Veränderungen angestoßen werden.
00:20:14: Das heißt dieses vielleicht hoffen oder verlassen politische oder wirtschaftliche Akteurin ist, meines Erachtens noch nicht zielführend.
00:20:25: Ich glaube wirklich dass ja gesellschaftliche, zivilgesellschaftliche Organisationen Bewegungen inmittelsind um wirklich etwas bewegen zu können und wir sehen das und es was mehr auch Zuversicht gibt und was auch ein schönes Resultat aus meiner Forschung war Das dadurch wirklich was entsteht in manchen Bereichen.
00:20:47: Dass wenn sich eben viele Menschen zusammenschließen und die politischen Entscheidungsträger wirklich in die Pflicht nimmt, dann dort wirklich Veränderungstransformationsprozesse angestoßen werden können, die wichtig sind.
00:21:06: Ja, spannender Impuls der wirklich auch sehr gut passt um eben unser Gespräch jetzt so langsam zum Ende zu bringen.
00:21:11: Aber mich würde auf jeden Fall noch eine Frage interessieren und zwar wenn du einen Blick in die Zukunft bewirbst entweder in Bezug auf dein Doktorthema oder natürlich auch darüber hinaus Woran möchtest Du ihn zukunft weiterforschen?
00:21:24: Was interessiert Dich worauf hättest Du Lust und was denkst Du wäre auch einfach wichtig daran weiterzuforschen?
00:21:31: Also ich habe mich jetzt in den letzten Wochen mit dem Thema Mobilität beschäftigt, weil ich glaube, Mobilität ist oftmals gerade auch im Tourismus der Elefant im Raum.
00:21:43: Der einen riesen Einfluss hat auf Effekte auf Umwelt aber auch das Gebauch auf Gesellschaften oftmals allerdings in der Diskussion ausgeklammert wird, weil es gibt einfach nicht wirklich eine Lösung dafür.
00:21:56: Und das ist ein Thema mit dem ich mich jetzt seit ein paar Wochen und auch in Zukunft näher beschäftigen würde wie kann wirklich eine sozialverträgliche Mobilität gestaltet sein?
00:22:08: Das heißt Wie als Daseinsvorsorge, d.h.
00:22:13: eben zugänglich für alle Teile der Gesellschaft.
00:22:19: Dementsprechend dann auch wieder hier so der Turn zu dem Tourismus und meinen Kernthema.
00:22:25: Wie kann dadurch diese städtisch wachsende internationale Flugreiseverkehr vielleicht ein bisschen eingedämmt werden, indem Mobilität nicht mehr was Exklusives ist?
00:22:48: Was eben häufig eine sehr starke CO-Emission mit sich bringt, sondern Mobilität im Zugängliches für alle.
00:22:57: Und so eben auch diese dran oder diese Notwendigkeit der Erholung dieser Exklusivität und diesen Notwendigkeiten nimmt indem es etwas steckenden Alltag integriert wird.
00:23:10: Es klingt vielleicht ein bisschen abstrakt.
00:23:13: Ich glaube das ist auf jeden Fall Eine Notwendigkeit für die nicht allzu ferne Zukunft, Menschenzugang einfach zur Mobilität zu ermöglichen um eben auch im Hinblick auf die Klimakatastrophe in der wir mittlerweile schon stecken.
00:23:32: Auf jeden Fall eine Abhilfe zu schaffen.
00:23:34: Es klingt auf jeden Fall nach einem sehr, sehr spannenden Thema und ich bin auf jeden fall gespannt wie es hierzu für dich weitergeht.
00:23:41: Und möchte mich jetzt erstmal ganz herzlich bei dir bedanken dass du uns einen Einblick in deine Arbeit gegeben hast in deine Forschung, in deine Doktorarbeit und danke dir ganz herzlich dafür!
00:23:51: Ja vielen lieben Dank für die Einladung.
00:23:54: Das war eine Folge von How to Hochschule dem Podcast der Hochschulereinwahl In unserer Reihe rund um Veränderungen.
00:24:01: Ich hoffe, ihr konntet neue Perspektiven entdecken und Impulse für einen positiven Wandel mitnehmen.
00:24:06: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert gerne den Podcast und teilt ihn mit anderen!
00:24:11: Vielen Dank fürs Zuhören.
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