Energiewende am Niederrhein – Chancen einer Grenzregion
Show notes
Thomas Klimeck beleuchtet die Herausforderungen der Energieinfrastruktur im deutsch-niederländischen Grenzraum. Er zeigt auf, wie die Region durch Technologien Erneuerbarer Energien zum Innovationscluster werden kann und welche Rolle die Hochschule Rhein-Waal dabei spielt.
Zur Person: Thomas Klimeck ist Transformationsmanager für Erneuerbare Energien im Projekt TransRegINT und nutzt seine grenzüberschreitende Perspektive, um Netzwerke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu knüpfen.
--- English Version ---
Thomas Klimeck sheds light on the challenges facing the energy infrastructure in the German-Dutch border region. He demonstrates how the region can transform into an innovation cluster through renewable energy technologies, and what role Rhine-Waal University of Applied Sciences plays in this process.
Profile: Thomas Klimeck is the Transformation Manager for Renewable Energies in the TransRegINT project. He leverages his cross-border perspective to build networks connecting science, business, and society.
Show transcript
00:00:02: Herzlich willkommen bei HAUTO Hochschule, dem Podcast der Hochschulereinwahl.
00:00:05: In dieser Reihe dreht sich alles um Veränderung in Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.
00:00:10: Ich spreche mit Menschen aus der HochSchule die mit ihrer Arbeit Brücken bauen neue Perspektiven beleuchten und konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entwickeln.
00:00:19: ich möchte herausfinden wie Veränderungen gelingen kann interdisziplinär praxisnah und mit dem klaren Ziel einen positiven Wandel in Gesellschaft und Umwelt zu gestalten.
00:00:29: Viel Spaß beim Zuhören!
00:00:31: Ich freue mich für die heutige Folge, Thomas' Klimik begrüßen zu dürfen.
00:00:35: Schön, dass du da bist, Thomas.
00:00:36: Thomas ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Rhein-Wal im Projekt Transregint.
00:00:42: In seiner Arbeit als Transformationsmanager für erneuerbare Energien beschäftigt er sich insbesondere mit der Netzwerkarbeit in diesem Bereich – sprich der Brücke zwischen Hochschulen und externen Partnern.
00:00:54: Thomas, gib uns doch gerne zum Einstieg in die heutige Folge einen kurzen Überblick über deinen persönlichen Hintergrund und über deine Tätigkeit bei uns an der Hochschule.
00:01:04: Damit wir verstehen was genau hinter deiner Arbeitsbezeichnung eigentlich steckt!
00:01:09: Ja, herzlichen Dank dass ich heute hier sein darf.
00:01:11: Ich komme eigentlich aus den Naturwissenschaften genauer gesagt aus der Physik und der Chemie Und ich habe in den letzten Jahren sehr viel technische Einsichten in Energiesysteme gehabt und gleichzeitig aber auch in vielen verschiedenen Branchen gearbeitet und auch grenzüberschreitende Projekte zwischen den Niederlanden und Deutschland geleitet.
00:01:34: Heute bin ich hier als Transformationsmanager für erneuerbare Energien an der Hochschule Rhein-Wal.
00:01:41: Und meine Aufgabe ist es vor allen Dingen, um Brücken zu bauen zwischen Forschung, Unternehmen Studierenden und der Region selbst aber dabei dann halt auch wirklich Praxisprojekte anzustoßen also nicht nur über Energiewende zu sprechen sondern wirklich Hand anzulegen und zu machen.
00:02:01: Ja super, du hast es ja auch gerade schon genannt.
00:02:03: Aufgrund deines persönlichen Hintergrunds und deiner bisherigen beruflichen Erfahrung hast Du ja eine enge Verbindung zum Niederrhein bzw dem Rhein-Wahlgebiet also auch dem Grenzgebiet.
00:02:14: Mit welchen regionalen Herausforderungen und Chancen hast Du in Deiner Arbeit insbesondere Berührungspunkte Und wie hilft Dir deine grenzüberschreitende Perspektive möglicherweise im Umgang damit?
00:02:27: Wir leben ja hier in einer wirklich sehr spannenden Region.
00:02:31: Das ist auch die Region, wo ich aufgewachsen bin.
00:02:34: Spannende Regionen für die Energietransformationen weil wir hier mit verschiedenen Strukturen und Dingen zu tun haben.
00:02:42: Wir haben hier Industriestrukturen, wir haben vor allen Dingen auch viel Landwirtschaft, Lose Gistik und viel Energieinfrastruktur.
00:02:51: Also dazu gehören solche Stromleitung, Gasnitzer oder auch die Häfen am Rhein.
00:02:57: Gleichzeitig haben wir aber auch natürlich eine unglaublich lange Grenze zu den Niederlanden und sehen da natürlich immer Unterschiede wie es bei uns funktioniert oder wie es halt über der Grenze funktioniert.
00:03:07: Und wenn wir einmal den Blick auf die gesellschaftliche Perspektive werfen also über die Menschen sprechen Wenn wir über das Thema erneuerbare Energien sprechen.
00:03:17: siehst du hier eine Verbindung zwischen deiner Arbeit Der Veränderung der Gesellschaft insgesamt?
00:03:23: Das sehe ich sicherlich.
00:03:24: Also wenn wir über erneuerbare Energie sprechen, sprechen wir eigentlich über einen viel größeren Veränderungsprozess.
00:03:31: Es geht halt nicht nur um Technik oder Stromerzeugung sondern es geht auch um Infrastruktur Wirtschaft Mobilität und letztendlich um gesellschaftliche Akzeptanz.
00:03:40: also wir müssen das alle aufwollen Und die Energiewende bedeutet dass sich die ganze Region wirtschaftlich neu aufstellen müsste Und da sehe ich eine starke Verbindung zwischen meiner Arbeit und der gesellschaftlichen Veränderung.
00:03:54: Wenn wir den Blick auf uns als Hochschule werfen, wie würdest du die Rolle von uns und dementsprechend auch die deine Arbeit beschreiben mit Blick auf das Thema erneuerbare Energien?
00:04:05: Würdest du sagen siehst du dich in der Verantwortung oder überhaupt auch in der Lage Veränderungsprozesse in dem Bereich anzustoßen?
00:04:13: wenn ja welche sind das und wie möchtest du diese anstoßen?
00:04:17: Hochschulen haben eine wirklich sehr besondere Rolle.
00:04:20: Sie können Dinge ausprobieren, die Unternehmen manchmal zu riskant wären aber gleichzeitig können wir auch eng mit der Praxis zusammenarbeiten.
00:04:31: also wir können dann einfach mal tun und machen, was in einem Unternehmen vielleicht nur schwer möglich ist.
00:04:38: Deshalb versuchen wir wirklich auch Projekte zu entwickeln bei denen studierende Unternehmen und Forschung zusammenarbeiten können.
00:04:44: Ein Beispiel ist gerade unser Wasserstoff-Bagger den wir umgebaut haben.
00:04:49: Dort haben halt Studierende innerhalb von wenigen Tagen einen elektro kabelgebundenen Bagger zu einem Brennstoffzellenbagger umgebaut Und solche Projekten sind einfach greifbar und zeigen dass Transformation nicht nur Theorie ist
00:05:04: Spannend, genau.
00:05:05: Und insbesondere in Bezug auf die Praxis beschäftigst du dich ja eben auch stark mit den Studierenden.
00:05:13: ihr versucht Projekte gemeinsam umzusetzen und eben auch zu zeigen dass Theorie auch greifbar ist und das eben Praxisprojekte umgesetzt werden können.
00:05:28: Wenn du jetzt auf deine bisherigen Erfahrungen schaust, was sind denn deine Erfahrungen nach die größten Herausforderung, die dir in deinem Arbeitsalltag begegnen?
00:05:37: Wenn wir über Veränderungsprozesse im Bereich erneuerbare Energien sprechen.
00:05:42: Im Sinne einer gesellschaftlichen Veränderung – Du hast es ja gerade schon gesagt – Veränderungen ist auch etwas das wir alle wollen müssen damit es funktioniert!
00:05:53: Ja, das stimmt.
00:05:54: und also die größten Herausforderungen liegen halt nicht mehr unbedingt in der Technologie selbst.
00:05:59: Also wir wissen alle dass Windkraft, Photovoltaik und Batterien und selbst auch Wasserstift funktionieren.
00:06:07: Die Technik ist schon sehr gut kann sicherlich weiterentwickelt werden aber die größte Engpässe aktuell liegen bei der Infrastruktur, Netze, Speicher, Genehmigungsverfahren oder regulatorische Prozesse sind einfach noch Ausbaufähig und das sieht man auch sehr stark in den Niederlanden, wo zum Beispiel Unternehmen oder sogar Haushalte gar keine Stromanschlüsse mehr bekommen weil die Netze ausgelastet sind.
00:06:31: In diesem Zusammenhang was würdest du sagen welche Rolle spielt deiner Meinung nach die zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxisaktüren?
00:06:39: Habt ihr vielleicht bereits konkrete Ideen was in der nächsten Zeit in diese Richtung umgesetzt werden soll?
00:06:45: Ja, die haben wir.
00:06:46: Denn Energietransformation kann nur funktionieren wenn Wissenschaft und Praxis wirklich eng zusammenarbeiten und Forschung alleine reicht da an der Stelle nicht aus.
00:06:56: Und auf der anderen Seite können Unternehmen nichts zu viele Risiken tragen.
00:07:01: Also deshalb versuchen wir halt Formate zu schaffen bei denen beide Seiten zusammenkommen.
00:07:07: Ein Beispiel sind halt solche Mekatons oder Innovationsprojekte Bei den Studierenden zusammen mit Unternehmen an wirklich reellen Dingen und Probleme arbeiten.
00:07:18: Jetzt bist du ja schon seit einigen Monaten bei uns an der Hochschule, in deiner Arbeit tätig.
00:07:22: Gibt es denn bereits erste sichtbare Effekte oder auch unerwartete Erkenntnisse aus deiner bisherigen Arbeit?
00:07:30: Eines der schönsten Ergebnisse ist in meiner bisherigenarbeit das Studierende sehr schnell gemerkt haben dass sie tatsächlich an reellen Lösungen mitarbeiten können.
00:07:41: Gleichzeitig entstehen halt neue Netzwerke zwischen uns der Hochschule, der Region aber auch den Unternehmen.
00:07:49: Und solche Netzwerken sind einfach sehr wichtig für die
00:07:52: Zukunft.".
00:07:52: Um nochmal auf deinen Werdegangen und deine bisherigen Erfahrungen zurückzukommen gibt es denn Momente oder vielleicht sogar einen speziellen Moment, der dein Verständnis von Veränderung mit Blick auf das Thema erneuerbare Energien besonders geprägt hat?
00:08:08: Ja, ein prägener Moment war sicherlich... als ich gesehen habe wie groß die Lücke manchmal zwischen politischer Zielsetzung und technischer Realität ist.
00:08:19: In der Theorie ist vieles halt schnell beschlossen in der Praxis dauert es aber Jahre Infrastruktur aufzubauen oder industrielle Prozesse anzuregen Und das hat mir gezeigt wie wichtig es ist technische und wirtschaftliche Perspektiven frühzeitig mitzudenken.
00:08:34: Und ein zweiter prägender Moment Das war erst vor kurzem wo alle wieder gesehen haben, dass wir energieunabhängiger werden müssen.
00:08:42: Auf jeden Fall um genau in Bezug darauf nochmal einen Blick auf die kommenden Jahre zu werfen wo siehst du denn das größte Veränderungspotenzial im Bezug auf deine Arbeit an unserer Hochschule?
00:08:54: In und mit der Region Niederrhein?
00:08:56: vielleicht auch in Bezugs auf diese Energie Unabhängigkeit auf die Veränderungen der Gesellschaft oder auch zukünftige Kooperationen?
00:09:07: Ja, ich glaube der Niederrhein hat ein enormes Potenzial sich zu einer starken Innovationsregion zu entwickeln und zwar wirklich in den Bereichen Energie und Transformation selbst.
00:09:19: Wir haben hier viel Industrie eine starke Hochschule Mittelstand und eine sehr internationale Lage durch die Lage zu den Niederlanden.
00:09:29: nicht zu vergessen ist auch die Landwirtschaft hier.
00:09:31: wenn wir diese Akteure wieder stärker zusammenarbeiten lassen, kann hier ein echtes Innovationscluster entstehen.
00:09:40: Da wir uns schon dem Ende dieser Podcastfolge nähern gibt es denn abschließend noch einen Impuls oder auch eine offene Frage aus deiner aktuellen Arbeit mit Bezug zu dem Thema Veränderung die du den Zuhörerinnen noch mitgeben möchtest?
00:09:53: Das will ich gerne machen.
00:09:54: Also meine persönliche Motivation ist es eigentlich, dass ich jetzt sehr spannend finde um an Lösung zu arbeiten die langfristig unser Energiesystem und unser Verhalten vor allen Dingen verändern können Und ich find' es besonders wichtig junge Menschen dafür zu begeistern weil sie die Transformation am Ende tatsächlich umsetzen werden.
00:10:15: Danke Thomas für deine abschließenden Worte und den positiven Impuls als Abschluss für die heutige Folge.
00:10:20: Schön, dass du uns einen Einblick in deine Arbeit an unserer Hochschule gegeben hast!
00:10:24: Vielen Dank für den heutigen Austausch.
00:10:27: Das war eine Folge von How to Hochschulen dem Podcast der Hochschulereinwahl In unserer Reihe rund um Veränderung.
00:10:34: Ich hoffe ihr konntet neue Perspektiven entdecken Und Impulse für einen positiven Wandel mitnehmen.
00:10:39: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert gerne den Podcast und teilt ihn mit anderen.
00:10:44: Vielen Dank fürs Zuhören!
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